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Silvius Leopold Weiss

Leben:

Silvius Leopold Weiss wurde am 12. Oktober 1686 in Breslau (Schlesien) geboren. Sein Vater Johann Jacob war Lauten- und Theorbenspieler. Er unterrichtete seine Kinder Silvius Leopold sowie dessen jüngeren Bruder Johann Sigismund und die jüngste Schwester Juliana Margaretha im Lautenspiel.

Im Jahre 1706 trat Silvius Leopold Weiss in die Dienste von Graf Karl Phillip von der Pfalz, der zu jener Zeit in Breslau residierte. Der Bruder des Grafen, Kurfürst Johann Wilhelm verpflichtete Weiss an den Hof von Düsseldorf.

Im Jahre 1708 folgte Silvius Leopold Weiss dem polnischen Prinzen Aleksander Sobiesky ins Exil nach Rom. Hier lernte Weiss u.a. Alessandro und Domenico Scarlatti, Händel und Heinichen kennen. Sein Aufenthalt in Italien hatte großen Einfluß auf seine musikalische Entwicklung.

Nach dem Tod des Prinzen war er kurze Zeit am Hof von Kassel tätig. Ab August 1718 war er Kammermusiker am Hofe des Kurfürsten von Sachen, August des Starken, in Dresden. Weiss galt allgemein als der beste Lautenist seiner Zeit. Er war der höchstbezahlte Orchestermusiker am Dresdener Hof. Zu den Musikern des Dresdener Hofes gehörten so bekannte Musiker wie der Geiger Pisendel oder der Flötist Quantz.

Weiss war u.a. auch mit J. S. Bach befreundet. Beide sollen "um die Wette phantasiert und Fugensätze ausgeführt" haben.

Weiss muß das Leben in Dresden sehr geschätzt haben, da er im Jahre 1736 eine Anstellung am Wiener Hof ausschlug, die ihm das außerordentlich hohe Gehalt von 2000 Talern eingebracht hätte. Silvius Leopold Weiss ist am 16. Oktober 1750 im Alter von 66 Jahren in Dresden gestorben.

Werke:

Silvius Leopold Weiss gilt nicht nur als Lautenspieler, sondern auch als Komponist als einer der größten Lautenmeister aller Zeiten.

Er hat über 600 Werke für Laute solo hinterlassen. Alle seine Lautenkompositionen wurden in Lautentabulatur aufgezeichnet. Die Lautentabulatur ist eine spezielle Griffschrift für die Laute, ähnlich wie die Gitarrentabulaturen in der Unterhaltungsmusik der heutigen Zeit. Sicherlich schlummern noch viele Werke in den Archiven, die noch nicht entdeckt bzw. noch nicht Silvius Leopold Weiss als Komponisten zugeordnet werden konnten.

Weiss hat ausschließlich für die Laute komponiert. Neben Solostücken und Duos hat er auch Kammermusik mit Laute und Lautenkonzerte geschrieben. Tragischerweise sind von der Kammermusik und den Konzerten nur die Lautenstimmen (Tabulatur) erhalten. Die Stimmen der anderen Instrumente sind verloren gegangen.

Die Kompositionen von Silvius Leopold Weiss zählen zu den bedeutendsten Werken in der Geschichte der Lautenmusik. Hätte Weiss auch für andere Musikgattungen geschrieben, zählte man ihn sicher zu den bedeutendsten Komponisten des Barock.

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